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Frisch gekürt: Slam-Gewinner Nektarios Vlachopoulos im Fischerman’s Friend Interview.

„Ich kann nicht abschätzen, was da gerade auf mich zurollt“

Nektarios Vlachopoulos ist der Sieger der 15. deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften in Hamburg. Im Interview erzählt der 25-jährige Mannheimer, wie er sich nach seinem Triumph fühlt – und warum ein gewisses Maß an Selbstliebe noch keinem Slammer geschadet hat.

Nektarios, erstmal herzlichen Glückwunsch! Du hast den Slam 2011 im Einzel für Dich entschieden. Was ist das für ein Gefühl?

Zunächst mal große Verwunderung! So richtig gerechnet habe ich ja nicht damit. Ich kann auch noch nicht ganz abschätzen was da gerade auf mich zurollt. Andererseits ist gerade das ja aber auch spannend.

Der Slam 2011 hat alle Rekorde gebrochen: Mehr als 4.000 Zuschauer in der O2 World, Fisherman´s Friend als Sponsor. Wie findest Du das?

Ich fand das natürlich alles ungeheuer aufregend. Das war der größte Poetry Slam der Welt und ich war dabei! Ich finde es sehr schön, dass der Slamszene und der Kunst des Poetry Slams so viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung geht es gar nicht ohne einen Sponsor. Wichtig ist aber, dass Sponsor und Gesponserter zueinanderpassen und sich  sympathisch sind. Bei Fisherman´s Friend und der Slamily trifft das auf jeden Fall zu.

Wie würdest Du Deinen Slam-Stil beschreiben? Welche Themen behandelst Du in Deinen Texten am liebsten?

Grundsätzlich mag ich es, Leute zum Lachen zu bringen. Im Idealfall gleichzeitig auch zum Nachdenken. Thematisch darf das prinzipiell auch gerne in die Breite gehen, wobei ich irgendwie doch ziemlich oft auf der guten alten Liebe hängenbleibe. Nur eben nicht unbedingt so, wie man sich das klassischerweise vorstellt.

Da wären wir auch beim Thema: Dein Sieg-Text handelt von Selbstliebe. Muss man ein bisschen selbstverliebt sein, um sich auf eine Slam-Bühne zu stellen?

Ich drück es mal so aus: Wenn man sich selbst nicht zumindest ein bisschen mag, verspürt man auch nicht das Bedürfnis, seine Person mit einem Publikum zu teilen.

Wann und wie bist Du zum Slam gekommen?

Das ist noch gar nicht so lange her: Im Jahr 2007, und zwar auf dieselbe Weise, wie eigentlich jeder zum Slam kommen sollte: Anschauen, gut finden, mitmachen!

Hast Du Vorbilder?

Ungefähr 150 Slampoeten.

Fisherman´s Friend hat Dir eine Reise nach Chicago spendiert. Freust Du Dich darauf, in die Wiege des Slam zu reisen? Hast Du schon eine Ahnung, was Du dort machen wirst?

Klar freu ich mich besonders darauf, einmal in die Green Mill zu gehen. Und wer weiß, vielleicht trete ich dort sogar auf?! Das wird in jedem Fall eine richtig schöne kleine Bildungsreise!

Was sind deine Pläne für die Zukunft – jetzt, wo Du den Sieg im Rücken hast?

Ich lass jetzt erst einmal alles auf mich zukommen. Aber eine eigene Publikation – das wär natürlich ein schönes Ding!


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