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Gewinner-Pack! Totale Zerstörung gewinnt die Slam-Meisterschaft in der Gruppendisziplin.

"Es war irgendwie surreal“

Was lange währt, wird endlich gut: Bei ihrer vierten Final-Teilnahme hat das Team Totale Zerstörung – kurz TTZ – beim Slam 2011 den Titel davongetragen. Im Interview erzählen André Herrmann und Julius Fischer, warum sie besonders gern als Duo auftreten – und welche Zukunftspläne sie nach ihrem Sieg schmieden.

Erstmal herzlichen Glückwunsch Ihr beiden, Ihr habt den Team-Slam der deutschen Poetry Slam Meisterschaften für Euch entschieden. Was ist das für ein Gefühl?

Julius: Es ist eine Befriedigung und eine Auszeichnung für die Arbeit, die wir jetzt seit vier Jahren machen. Wir waren ja seit 2008 jedes Jahr im Finale, sind erst Elfter, dann Vierter und dann Zweiter geworden – und dieses Jahr eben Meister. Jetzt kann eigentlich gar nicht mehr viel kommen, außer vielleicht die Titelverteidigung. Aber daran sollte man jetzt wahrscheinlich noch nicht denken.

Der Slam 2011 hat dieses Jahr alle Rekorde gebrochen: Mehr als 14.000 Zuschauer,  O2 World, Fisherman´s Friend als Sponsor. Wie findet Ihr das?

André: Es war irgendwie surreal. Die anderen deutschen Meisterschaften waren ja schon recht groß, aber die Hamburger haben da jetzt noch mal eine große Schippe drauf gelegt. Ich war auch überrascht, wie gut die Akustik in der O2 World war. Natürlich ist auch das Hamburger Schauspielhaus sehr schön und vielleicht etwas „literaturiger“. Nichtsdestotrotz hat dieser neue, größere Rahmen der Veranstaltung überhaupt nicht geschadet – im Gegenteil.

Ihr tretet beide auch als Einzel-Slammer auf. Wie unterscheidet sich ein Auftritt im Team von einem Auftritt als Solo-Slammer?

Julius: Das ist ein völlig anderer Geist. Man slammt für den anderen mit. Wenn der andere einen Fehler macht, ist man davon betroffen und umgekehrt. Gleichzeitig gibt man sich gegenseitig Sicherheit. Man muss sich auf jeden Fall vertrauen können auf der Bühne. Deshalb glaube ich, dass ein Team befreundet sein muss, anders würde es gar nicht funktionieren.

Ihr interagiert auf der Bühne auf vielfältige Art und Weise und performt Eure Texte – im Gegensatz zu vielen anderen Slammern – auswendig. Wie lange probt Ihr so einen Auftritt?

André: Das lässt sich schwer sagen. Unseren Final-Text „Ey, ja, cool, art!“ haben wir bestimmt allein in Hamburg 20 bis 30 Mal durchgespielt. Und vor den Meisterschaften mindestens nochmal so oft. Aber es hat sich gelohnt.

Julius: Und dass, wo ich sogar schon mal einen Einzel-Text darüber geschrieben habe, wie blöd ich auswendig lernen finde.

Fisherman´s Friend hat Euch eine gemeinsame Reise nach Chicago spendiert. Freut Ihr Euch darauf, die Wiege des Slam zu bereisen?

Julius: Ja, total! Wir haben schon überlegt, ob wir die Reise so legen, dass wir noch die US-amerikanischen Slam-Meisterschaften besuchen können. Ansonsten gehen wir natürlich in die legendäre Green Mill, wo alles angefangen hat. Großartig wäre, wenn wir einen größeren Pulk Slammer für diese Reise zusammentrommeln könnten. Vor allem mit den diesjährigen Vizemeister Allen Earnstyzz sind wir nämlich richtig gut befreundet.

Welche Pläne habt Ihr für die Zukunft? Jetzt, wo Ihr den Sieg im Rücken habt?

André: Wir haben auf jeden Fall Selbstbewusstsein getankt und die Aufmerksamkeit, die uns allein die letzten Tage entgegengeweht ist, ist schon heftig. Was wir in Zukunft daraus machen, werden wir sehen. Wir könnten uns vorstellen, mal ein Quatsch-Rap-Album zu machen. Und wir wollen einen Roman schreiben. Julius hat mit seinem Kurzgeschichten-Band „Ich will wie meine Katze riechen“ ja schon mal vorgelegt.


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